WEP: Aus dem Bauch heraus? PDF Drucken
Dienstag, den 04. Juni 2013 um 14:08 Uhr

Stellungnahme zum WAZ-Artikel
„Stadt erstellt Handlungskonzept Wohnen“ vom 24.5.2013


"Aus dem Bauch herBaggeraus haben wir vieles richtig gemacht." wird Baudezernent Friedrichs zitiert. "Aus dem Bauch heraus reicht nicht!", kontert die Alternative Liste Herne. "Man muß auch mal zur Kenntnis nehmen, daß man im 21. Jahrhundert nicht mehr mit den Konzepten der 70er-Jahre arbeiten kann", so Ingo Heidinger, Mitglied der AL Herne im Ausschuß für Planung und Stadtentwicklung. Denn schon im Jahre 2004 hat die INWIS-Studie zum Herner Wohnungsmarkt festgestellt, daß die Musik im Bestand - und hier speziell im Geschoßwohnungsbau - spielt und nicht in immer weiterer Inanspruchnahme der raren Herner Freiflächen für Doppelhaushälften auf Mikro-Grundstücken.

 

So sieht es nämlich das von SPD und CDU so hochgejazzte Wohnbauland-Entwicklungs-Programm (WEP) im Großen und Ganzen vor. Viel Aufwand mit Bebauungsplänen und neu zu bauender (teurer!) Infrastuktur, wobei der Gewinn nicht etwa bei der Stadt, sondern bei anonymen Investoren aus "Irgendwo" landet. Ergebnis bei der Einwohnerzahl, die SPD und CDU als Erfolgskriterium sehen: kaum meßbar! Die Einwohnerzahl sinkt sogar, unter anderem auch dadurch, wie die INWIS-Studie feststellte, daß Senioren aus Herne wegziehen, weil sie hier keine modernen und bezahlbaren seniorengerechten Wohnungen finden.

 

Und was wünschten sich die meisten Kinder im Malwettbewerb des Jugendamtes? Mehr Natur! Vielleicht sollte sich der Baudezernent den Kinderwunsch zu eigen machen. Oder ist "Kinderfreundliche Stadt Herne" nur eine inhaltsleere Worthülse für den Wahlkampf?

Oder die ins Auge gefaßte Zielgruppe "Studierende": Wo bleiben denn die Aktivitäten, sich als attraktiver und bezahlbarer Wohnstandort an den Unis ins Gespräch zu bringen? Wo bleiben denn zum Beispiel die Kulturangebote, die auch für Studierende interessant sind? Wenn es mal private Initiativen in diese Richtung gab, konnte man mit Sicherheit davon ausgehen, daß vom Kulturamt keine Unterstützung kam, selbst dann nicht, wenn sie nichts gekostet hätte! Und das ist nur eine Baustelle von vielen.

 

Ganz nebenbei stellt sich für die AL Herne auch die Frage wofür man noch ein weiteres Gutachten braucht, das feststellt, daß sich an den Handlungsfeldern seit 2004 dann doch nichts geändert hat. Der Worte sind nun wahrlich genug gewechselt, Anpacken ist angesagt! Und zwar an der richtigen Stelle!

 

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