Kleine Winke zur NRW-Landtagswahl 2022 PDF Drucken
Freitag, den 03. September 2021 um 00:00 Uhr

torte2010 nrwDie AL Herne kandidiert nicht zur NRW-Landtagswahl 2022, das hatten wir auch noch nie vor. Aber in guter Tradition gibt es ein paar Tips und Hinweise.

Das Wichtigste zuerst: Gehen Sie wählen!
Auch wenn diesmal die Entscheidung besonders knifflig ist.
Nur mit einer hohen Wahlbeteiligung kommt ein halbwegs repräsentatives Stimmungsbild zustande. Jede nicht abgegebene Stimme nutzt nämlich AfDCDUGrüneSPD!
Lassen Sie sich nicht von Umfrage-Prozenten beeinflussen, das ist alles nicht repräsentativ und mitunter auch Wahlkampf-Trickserei!

 

Testen Sie spielerisch mit dem Wahl-O-Maten, wie Ihre Meinung mit den Antworten der Parteien zusammenpaßt. Machen Sie davon Gebrauch, die Fragen doppelt zu gewichten, die Ihnen besonders wichtig sind. Probieren Sie auch den Wahl-Kompaß.

 

Und trotzdem: Einige AL-Mitglieder sind die Wahl-O-Mat-Fragen mit der AL-typischen Positionierung durchgegangen und hatten ein Déjà-vu in verschärfter Form. Das was schon bei der Bundestagswahl 2021 passierte, wurde noch nutzloser: Fast alle Parteien gleichauf, mit Unterschieden von nur wenigen Prozentpunkten.

Auch diesmal wieder ging es den Ruhrbaronen genauso.

 

Ob das auf der Austauschbarkeit so mancher inhaltlichen Position der Parteien oder auf dem genauen Gegenteil beruht? Das sollen die Politikwissenschaftler klären. Auffällig ist aber schon, daß sehr viele Fragen im Wahl-o-Mat auf Themen basieren, auf die bestenfalls zwei Parteien eine eindeutige Antwort parat haben. Viel zu häufig liest man "neutral / Enthaltung". Das zeigt ein völliges Auseinanderdriften von Themen.

 

Ein Beispiel: "Die Zahl der WDR-Rundfunkprogramme soll reduziert werden." Tatsächlich hat das der Landtag über das WDR-Gesetz und den Medien-Staatsvertrag voll in der Hand. AL-Position: JA, um Kosten zu sparen und die personellen Ressourcen für mehr Qualität der verbliebenen Programme zu nutzen. Da haperts nämlich inzwischen heftig.

 

 

Und wer positioniert sich noch: Die AFD erwartbar mit JA, weil sie mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk an sich ein Problem hat und sich schlecht behandelt fühlt. Dafür ebenso erwartbar SPD und Grüne mit NEIN, weil sie ihre Themen und Positionen dort gut untergebracht haben, ohne daß immer Roß und Reiter genannt werden.

Das halten Sie für eine verschwörungstheoretische Unterstellung? Na dann gucken Sie sich mal hier zwei Fälle aus dem aktuellen Landtagswahlkampf an (Youtube! Sie könnten unerwünschte Werbung sehen.)

 

Die meisten anderen Parteien haben zu diesem durchaus aktuellen Thema: Nix!

 

Unser Tip: Wählen Sie diesmal inhaltlich und nicht strategisch! 

Wir bleiben bei unseren Top-5 der letzten Bundestagswahl, die sich in den Übereinstimmungs-Prozenten nur geringfügig unterscheiden: Die PARTEI, dieBasis, Freie Wähler, PiratenVOLT (Reihenfolge alphabetisch). Die aktuell im Landtag vertretenen Parteien waren deutlich abgeschlagen, aber nicht mehr so weit wie früher!


Wählen Sie eine Partei aus unseren Top-5 mit der Zweitstimme. Wobei die Freien Wähler - wenn man den Umfragen glauben darf - die besten Aussichten haben, die 5-Prozent-Hürde zu überspringen.

 

Spezial-Tip: Wenn Sie unserem Vorschlag folgen, mit der Zweitstimme eine „kleinen“ Parteien aus den Top-5 zu wählen, wählen Sie auch deren Direktkandidatinnen mit der Erststimme.

 

Bedenken Sie auch, daß das Wahlsystem ein Zwei-Stimmen-System ist. Dadurch sind einige wahltaktische Um-die-Ecke-Überlegungen nötig, damit Ihre Stimme auch wirklich das bewirkt, was Sie möchten. Näheres dazu gibt es hier. Trotz des abwertenden Namens „Zweitstimme“ ist genau diese die wichtigste Stimme. Denn sie bestimmt die Zusammensetzung des Landtags. Und bewirkt im Falle der intensiven Wahl der "Kleinen" auch eine genauere Abbildung des Wählerwillens. Wenn die 5%-Hürde übersprungen wird.

Mit der Erststimme können Sie etwas experimentieren und bestimmen auch die Größe des Landtages (und seine Kosten) indirekt mit. Hier in Herne sollten Sie zum Beispiel besser nicht den Kandidaten der "30% minus X"-Partei SPD wählen, weil genau das den Landtag aufblähen wird.

 

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