Sparen Teil 1: An den falschen Stellen PDF Drucken

Sparkommissionsvorschlag Nr. 25:

Die Stadtteilbibliotheken in Eickel und Sodingen sollen dichtgemacht werden.

Soll pro Jahr bringen: 56.500 €


Interessant an der ganzen Sache ist, daß die beiden Gutachten, die die Diskussionsgrundlage der Spar-Haushaltskommission darstellen, gar keine Empfehlung zur Schließung der Stadtteilbibliotheken aussprechen.

Vielmehr stellt das Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt fest, daß bei durchschnittlichem Personalbestand und leicht überdurchschnittlichen Öffnungszeiten eine unterdurchschnittliche Medienerneuerungs-Quote vorhanden ist.

Empfohlen wird, die Medien aktueller als bisher zu halten und über diese Attraktivitätssteigerung die Einnahmen zu erhöhen. Denn dann würde mehr ausgeliehen und die Nutzer wären dann auch bereit,etwas mehr zu bezahlen. Klingt logisch und wie aus dem Handbuch "Wie kurbele ich mein Geschäft richtig an". Außerdem wird festgestellt, daß die Zahl der Stadtteilbibliotheken nicht zu hoch ist für eine so dichtbesiedelte Stadt wie Herne. Und daß sich die Bibliotheksleitung verstärkt um die Erneuerung der Medien kümmert, obwohl aus dem städtischen Haushalt dafür nicht mehr Geld kommt.

Das zweite Gutachten der Firma Rödl & Partner schlägt lediglich vor, die Junior-Fahrbibliothek abzuschaffen. Eine Schnapsidee mit geringem Spareffekt!

Soweit die der AL vorliegenden Fakten.

Da uns die Auskunft darüber verweigert wurde, was in dieser Spar-Haushaltskommission wirklich im Detail besprochen wurde, sind wir im Moment nicht schlauer als der normale Bürger, der die Sparideen nun im Ratsinfosystem [Textrecherche -> die Vorlagennummer "2010/0109" in das Suchfeld eingeben] nachlesen kann.

Es wurde uns aber gesagt, daß in der Sparkommission nichts besprochen worden wäre, was über die bereits bekannten Vorschläge dieser beiden Gutachten hinaus geht. Das hat sich inzwischen als unwahr herausgestellt!

Ganz offensichtlich hat man die Mottenkiste mit den Kürzungsvorschlägen der 80er und 90er Jahre wiedergefunden. Haben diese Streichorgien von anno dunnemals etwas genutzt? Wohl nicht, denn sonst ginge es den betroffenen Städten ja nicht schon wieder schlecht. Schauen Sie mal nach Bochum, da hat man schon vor Jahren den Großteil der Stadtbibliotheken dicht gemacht. Und sieht es da jetzt besser aus? Sehen Sie!

Für die Schließung der Stadtteilbibliotheken müssen daher die Parteien aus der Haushaltskommission die Verantwortung übernehmen, die AL wird das jedenfalls nicht tun!

Diese kleine Reihe wird natürlich fortgesetzt. Die Sparkommission hat sich nämlich noch mehr Überraschungen ausgedacht: Schließung des Tierparks in Eickel samt Verticken des dazugehörigen Grundstücks, Schließung von zwei Lehrschwimmbecken, Reduzierung der Straßenbeleuchtungsdauer usw.

 

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